Tore, Rostbraten und Rotwein mit Hansi Müller


Aktuelles Golfclub Marhördt

Ex-Fußball-Profi Hansi Müller erzählte im Landhaus Noller Anekdoten aus seinem Leben

 Hansi Müller gilt nicht nur als VfB-Legende, ihm wird auch gerne der Titel „Weltmann im Fußball“ angeheftet, wie ihn Bogeys-Präsident Klaus Sattler im Landhaus Noller begrüßte. Der 60-jährige Ex-Profi gab einige Anekdoten aus seinem bewegten Fußballer- und Privatleben in Marhördt zum Besten, bevor zarte Rostbraten und Rotwein serviert wurden. In den Höhen des Schwäbischen Waldes in Marhördt hat Müller die Sportart Golf für sich und seine Familie entdeckt.

Für seine Prognose zur Fußball-Weltmeisterschaft erntete die VfB- Legende Hansi Müller beim fußballinteressierten Publikum in Marhördt keinen Widerspruch. „Die Mannschaft ist für mich der Top-Favorit auf den Titel“, sieht der Ex-Fußballer die Löw-Elf als heißen Anwärter für die Verteidigung des Weltmeister-Titels.

Es sind interessante Einblicke, die das 60-jährige Ehrenmitglied des VfB Stuttgarts in sein bewegtes Sport- und Privatleben gewährt. Und Müller blickt dabei über den Tellerrand hinaus, legt den Finger in manche gesellschaftliche Wunde und hat Anregungen für das Berufsleben parat.

Ein sportliche Wunde der deutschen Fußballnation sieht Müller eher gelassen, auch wenn er bei der Niederlage gegen Österreich in Córdoba mit auf dem Platz stand. „Die Österreicher freuen sich immer noch über den Sieg - und das sollen sie auch noch viele Jahre machen“ sagt der nach seiner Fußballerzeit in Innsbruck noch heute in der Alpenrepublik gefragte Interviewpartner augenzwinkernd.

„Die Mischung aus der deutschen und italienischen Mentalität – das wäre die Perfektion“ hat der gebürtige Stuttgarter die Lacher auf seiner Seite, als er versucht die Attribute Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin und Lockerheit nicht nur bei Sportlern unter einen Hut zu bringen. Das ist zumindest seine überspitzte Zusammenfassung für seine Zeit bei Inter Mailand.

Seinen ersten Einsatz im deutschen Fußball Oberhaus als 20-jähriger im Jahr 1977 verbindet Müller mit einem Richtungszeig zur aktuellen Mannschaft mit dem roten Brustring „3:3 gegen den großen FC Bayern – das würden wir uns heute auch wünschen“, hat Müller das erste seiner 143 Bundesliga-Spiele noch mehr als gut in Erinnerung. Der Jung-Profi verwandelte für den Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart zwei Elfmeter zum überraschenden 3:3 gegen den amtierenden Weltpokalsieger aus München.

Aus seiner VfB-Zeit hebt Müller zwei Personen heraus. „Er war nicht nur ein guter Trainer, sondern auch ein guter Psychologe“, schwärmt Müller von Stuttgarts Coach Jürgen Sundermann.  Unter dem jungen Trainer schafften die Stuttgarter mit Müller den Wiederaufstieg und waren mehrere Jahre auf den vorderen Plätzen der 1. Liga. „Nach heutigen Maßstäben Champions-League-Niveau“ zog Müller den Vergleich.

Eine Erklärung für die Erfolge des Trainers Ottmar Hitzfeld, mit dem er zusammen in Stuttgart spielte, bekommt Müller immer noch zu spüren. „Ottmar ist wissbegierig und will sich ständig verbessern – er fragt mich heute noch Löcher in den Bauch“, lacht Müller und empfiehlt diese Eigenschaft für das berufliche Vorwärtskommen abseits des Fußballplatzes.

Den Fußballrasen tauscht der Familienmensch Müller inzwischen immer öfter gegen das filigrane Golfgrün in Marhördt. „Hansi Müller war nicht nur ein sehr guter Fußballer, er ist jetzt auch ein guter Golfer“ lobte Peter Noller die Fortschritte mit Schläger und Ball des Neu-Mitglieds.

Müller kann es mit seiner Familie kaum erwarten, bis die Golf-Saison wieder startet.

Der junge Hansi Müller war dank der Jugendzeitschrift „Bravo“ gerade auch bei weiblichen Fußball-Fans Gesprächs-Thema. Bis zu 250.000 Autogrammkarten musste er pro Jahr drucken lassen, was für die heutige Zeit in Interaktionen in den sozialen Medien umzurechnen wäre. Ein weiblicher Fan berichtete Müller nach seinem Vortrag in Marhördt: „Ich habe früher alles von Ihnen gesammelt“ und lässt sich eine Autogrammkarte unterschreiben – mit Papier und Stift.

@Michael Clauss (mic) /BKZ


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