Saison-Höhepunkt in Marhördt und Schönbronn


Aktuelles Golfclub Marhördt

Später Regen kann Stimmung beim Noller-Cup nicht stören: „Haben alles richtig gemacht“

Von ALFRED KOCH

Es soll tatsächlich golfende Menschen geben, die haben auch 2019 noch nichts vom Golf-Juwel Marhördt im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gehört.  Aber es werden immer weniger. Zugegeben, der Weiler der 3600-Einwohner-Gemeinde Oberrot liegt ein bisschen versteckt zwischen Wiesen und Wäldern im Nordosten Baden-Württembergs, knapp 20 km von Schwäbisch Hall entfernt, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Aber es gibt hier auch Tage, die scheinen nicht aufzuhören, und es gibt dazu Feste, die in ganz Deutschland ihresgleichen suchen. Golf und Peter Noller machen's möglich – wenn er mit  seiner Familie zum Noller-Cup trommelt, ist Massenandrang angesagt. Mit Qualität, versteht sich.

Jetzt war's mal wieder soweit. Als Betreiber und Besitzer kann das Unternehmen Noller, das seit 1981 als Landschaftspflege-Fachbetrieb internationale Ausstrahlung erreicht hat, aus dem Vollen schöpfen. Und der Chef genießt es immer wieder, wenn seine zahlreichen Geschäftspartner, Freunde und Sponsoren ihm die Ehre geben. Je prominenter, desto besser. Zuerst wird gegolft, danach geschlemmt und gefeiert – in dieser Hinsicht repräsentiert Nollers Team absolute Extra-Klasse. Das schmucke Golfhotel, das als Landhaus Noller am östlichen Ortsausgang prangt, hält ebenso hohen Ansprüchen stand wie der daneben liegende 18-Loch-Golfplatz.

Alle Instanzen müssen ineinander greifen, wenn am Ende eines solchen Tages die Rechnung aufgehen soll. Und sie ist aufgegangen, ein gewisses Restrisiko eingeschlossen. Das Wetter als die große Unbekannte hätte sich als Spielverderber erweisen können. Bei 182 Golfern, darunter 61 Frauen, die in zwei Abteilungen ab 7:30 Uhr und 13:30 mittels Kanonenstart in   Vierer-Flights auf den abwechslungsreichen Kurs geschickt wurden, mussten die Abläufe  ebenso stimmen wie beim abendlichen Gala-Bankett in der Mehrzweckhalle im Nachbarort  Schönbronn. Der alte Fuchs Noller hatte auf seine Berater inklusive Meteorologen gehört und die Après-Sause in weiser Voraussicht dorthin per Outsourcing verlegt.

Das sonst so bewährte Partyzelt neben dem Landhaus wäre ohne die Verwendung der Freiluft-Terrassen für insgesamt 400 Abendgäste zu eng gewesen. Denn exakt nach dem letzten Putt kurz nach 19 Uhr hatte der große Regen eingesetzt. Und Peter Noller, an allen Brennpunkten unterwegs, fühlte sich rundum bestätigt:  „Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht“. Fortan ging's weiter im Modus Tiefenentspannung. Und niemand störte sich mehr dran, dass es draußen weiter nieselte.  

Wie allerdings das grandiose und perfekt aufgebaute Noller-Cup-Buffet von der Marhördter Basisküche über zweieinhalb verregnete Kilometer nach Schönbronn gelangt war, blieb das Geheimnis von Noller-Tochter Ramona, die ihr Organisationstalent einmal mehr unter Beweis gestellt hatte. Auch die neuerliche Verpflichtung der Stuttgarter Partyband Hofbräu Regiment mit Frauen-Power war ein Volltreffer  – bis weit nach Mitternacht hielt das  musikalische Feuerwerk das Publikum in Hochstimmung.

Zuvor hatte Peter Noller ein paar besinnliche Töne angeschlagen. Bei seiner obligatorischen Rede zur Nation unterstrich er nochmals die Bedeutung von Familie, Freundschaft und Menschlichkeit – und verbarg nicht seine Genugtuung über die gewaltige Resonanz, die er als ein Zeichen von Solidarität wertete. Unter dem Beifall des Hauses bezeichnete TV-Anwalt Ingo Lenßen, der Mann mit dem gezwirbelten Oberlippenbart, den noblen Gastgeber als ein Vorbild mit Herz und die Golfstation Marhördt als einen besonderen Ort, der Menschen aller Couleur anzieht. Den schlagenden Beweis dafür lieferte der Verein der Fußball-Legenden, die Peter Noller zum ersten Ehrenmitglied per Urkunde ernannten.     

In der Idylle von Marhördt fühlt sich offenbar auch der VfB Stuttgart wohl, der offiziell als Business-Partner firmiert. Beim Noller-Cup waren die Cannstatter verständlicherweise nur durch die Generation der Altstars vertreten. Angefangen von Krassimir Balakov, dem auch als Golfer hochbegabten Ballkünstler aus Bulgarien (Handicap 5,9/29 Brutto), über Lokalmatador Maurizio Gaudino  (Hcp 9,3) bis hin zu Späteinsteiger Hansi Müller (Hcp 29,5), der an seinem 62. Geburtstag trotz reserviertem Auftritt stürmisch gefeiert wurde.  Auch der Badener Rainer Schütterle (Hcp 13,3/38 Netto) war ein Kurz-Stuttgarter. Nicht zu vergessen Buffy Ettmayer, der VfB-Bomber aus Austria, der aus gesundheitlichen Gründen nur im E-Car mitfuhr und für Getränkenachschub sorgte.

Das beste Netto-Ergebnis (42 Punkte) der erweiterten Fußball-Prominenz lieferte Bernd Dreher, der einstige Ersatz-Torwart der Bayern, der im Golf eine neue Herausforderung gefunden hat. Nicht viel nach stand ihm Klaus Sattler, der als Chef der in Marhördt zu zwölft vertretenen Bogeys sich diesmal ganz aufs Golfen konzentrierte und mit 39 Netto sein Handicap auf 10,8 verbesserte. Nur wenige waren noch stärker: Der 19-jährige Lenßen-Spross Bosse von der Golfjugend Königsfeld (Hcp 1,5) glänzte mit tollen 38 Brutto, während bei den Damen die 27-jährige Kim Mara Reber (Liebenstein) ihre erste Par-Runde (36 Brutto) bejubelte. Schütterle-Partnerin Jana Vogel (Hcp 5,2) freute sich über 30 Brutto.


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